Fortsetzung Irankrieg

Das Wörtchen „offenbar“ hat in der westlichen Propaganda offensichtlich Dauerkonjunktur. Das im Blickpunkt stehende MoU (Memomorandum of Understanding) werde kommenden Freitag den 17. Juni, so wurde das Publikum unterrichtet, in Genf unterzeichnet. Wer’s glaubte, wie die Millionen Bürger*innen, des zum Irankrieg durchgehend einseitig informierten (von Empirie) freien Westens, wird selig geworden sein. Aber selig nach dem kommenden Freitag mit Sicherheit nicht bleiben.

Foto: Noch während der über pakistanische Vermittlung laufenden Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran, sowie einen Tag nach Verkündigung von Trumps großem „Friedensabkommen“ beschoss die zionistische Artillerie das südlibanesische Dorf Kfar Tebnit, aus dem hier der Rauch aufsteigt. (Quelle: Drop Site Daily)

Alastair Crooke, der für Fragen des Nahen Ostens/Fernen Westens vermutlich bestvernetzte internationale Analyst, sagt in einem Zoom-Interview: seinen Informationen nach lehnten sowohl der Wächterrat (eine Art Politbüro der iranischen Theokratie) als auch der „oberste Führer“ des Landes, Ayatolla Mojtada Khamenei, das, was da im Westen als großer Friedens-Deal propagiert würde, entschieden ab. Warten wir, was Benjamin Netanjahu bis zur Genfer Unterschrift noch an Provokationen einfällt, um einen Frieden abermals zu verhindern. Schauen wir, was bis zum kommenden Freitag alles geschieht.

KI-generiertes Foto des US-Präsidenten und des iranischen Außenministers Araghtchi

Noch am Freitag, den 12. Juni hatten wir über die Medien erfahren, Präsident Trump habe einen erneuten, zuvor groß angekündigten „vernichtenden Luftschlag“ gegen den Iran abgesagt. Der Grund der Absage war das Memorandum of Understanding ( MOA/MoU ), das die US-Regierung über vermittelnde Drittstaaten mit dem Iran seit Ewigkeiten aushandeln – es sei so gut wie unterschriftsreif.

Folgte umgehend die übliche Antwort aus Teheran:

Es gäbe keinerlei Vereinbarungen zwischen der iranischen Republik und den USA, so der Sprecher des iranischen Außenministeriums Esmail Baghaei: „Während sie von Diplomatie und Verhandlungen sprechen, greifen sie gleichzeitig zu Gewalt, rechtswidrigen Maßnahmen und kriminellem Verhalten.“Der Iran bleibt in seinem 14-Punkte Papier bei seinen Forderungen: Sofortiger und dauerhafter Waffenstillstand an allen Fronten, einschließlich Libanon; Wiedereröffnung der Straße von Hormus unter iranischer Regie binnen 30 Tagen; Überweisung der Hälfte der von den USA „eingefrorenen“ (gestohlenen) iranischen Milliarden-Assets vor Beginn der eigentlichen Verhandlungen (das MoU gibt nur den Verhandlungsentwurf), der Rest nach Vertragsunterschrift.“

Donald Trump protestierte auf X: die Iraner tanzten ihm auf der Nase herum:

Einer der Knackpunkte ist die nach iranischer Ansicht im MoU verankerte Forderung eines sofortigen Waffenstillstand auch im Libanon. Nach Auskunft der unabhängigen Non-Profit Plattform Drop Site News (an anderer Stelle oft auch Drop Site Daily, die tagesaktuelle Abteilung der Plattform) meldete sich hierzu das Büro des wegen Bestechlichkeit auf der politischen Flucht vor dem Knast befindlichen israelischen Premiers Netanjahu:

Dazu Alastair Crooke:

Laut DropSite Daily sei es seit Beginn des „Waffenstillstands“ am 7. April annähernd das 40. Mal gewesen, dass Trump einen „eminenten Durchbruch“ und den unmittelbar bevorstehenden Abschluss eines „Deals“ bei den Verhandlungen verkündet habe. Trump bleibt ein mörderischer Trumpl.

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