Russland hat es satt

(…) Denn RUSSLAND hat es offensichtlich endgültig satt, sich von den europäischen, von den Deutschen angeführten Kriegsfantasten und Kriegstreibern mit immer neu eskalierenden Provokationen auf der Nase herumtanzen zu lassen. Statt, wie Westmedien-Nutzer glauben, immer nur zu „drohen“, kündigt die russische Regierung ihre Vergeltungsschläge und deren Grund jedesmal vorher öffentlich an. Es hat auf seine für Jahre technisch überlegenen Raketen (Oreshnik, Kinshal, Sarmat, Iskander) seit November 2024 freilich nur immer hingewiesen. Jetzt beginnen die Russen, von der vollen Zerstörungskraft dieser Waffen physisch Gebrauch zu machen. Derzeit gezielt gegen Entscheiderzentren, Rüstungsbetriebe, Militäranlagen und Infrastrukturobjekte in Kiew. Sie machen indes keinen Hehl daraus, dass diese Waffen im Bedarfsfall auch bis nach Deutschland und UK fliegen könnten. Im Rahmen des Völkerrechts. Denn das Völkerrecht erlaubt einem Staat, der sich im Krieg mit einem anderen Staat befindet, dritte und weitere Staaten militärisch anzugreifen, soweit sie ihr Staatsgebiet, ihre Ressourcen, ihre Kriegswaffen zu Angriffen auf diesen Staat zur Verfügung stellen und somit Kriegspartei sind.

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WM-TAGEBUCH

Am 11. Juni fand das Eröffnungsspiel der Fußballweltmeisterschaft in Mexiko, Kanada und den USA statt. Die Vorfreude gemischt. Das Grundübel des modernen Fußballs – er ist zum Privatvergnügen globaler Milliardäre heruntergekommen – ist das Wirtschaftssystem. Es geht immer deutlicher nicht mehr um den Fußball. Die Spielreude fiel dem Marktwert zum Opfer. Die Fankurven sind ein Störfaktor. So unerträglich sichtbar war das noch nie wie zur Zeit des korrupten Glatzkopfs Infantino und seines Partners in Crime Donald Trump . Mondpreise noch für die Fahrt zum Stadion, astronomische Eintrittspreise, Show und Kommerz überall. Und: wann hätte wohl China – die angebliche „Überwachungsdiktatur“ – zu einem Fest der Völkerverständigung einzelne Sportler und ganze Mannschaften aus politischen Gründen geheimdienstlich vorsortiert, nicht zugelassen oder diskriminiert und behindert, wie die iranische Mannschaft, deren Spieler nach Mexiko ausquartiert wurden, die die USA nur für den Spieltag betreten dürfen und in 24 Stunden teils 2000 Kilometer anreisen und nach dem Spiel wieder zurückreisen müssen? Kommt für deutsche Fans hinzu die eigentlich mehr undurchsichtige Verfassung der deutschen Mannschaft. Alles Training, Freude, Eierkuchen? Man mag es nicht recht glauben. Ich bitte um Verständnis, dass dieses Tagebuch keinen Anspruch auf auch nur annähernde Vollständigkeit erhebt. Ich war noch nie Sportreporter und bin es derzeit schon gar nimmer, es ist mehr ein rhapsodischer persönlicher Spaß.

(Screenshot oben: Denis Undav nach seinem Testspiel-Tor gegen Finnland)

13. JUNI 2026, Nachmittag – Fragen über Fragen. Werden Wirtz und Musiala rechtzeitig in Form kommen? Wird Haverts halten können, was er in der Champions League zuletzt versprach? Wird das Dauerproblemkind Sané endlich zeigen, was in ihm steckt? Wird sich einer der Mittelfeld-Kandidaten Pavlovic, Kimmich, Goretzka und vielleicht auch Felix Nmecha in letzter Minute als der dringend benötigte Spielmacher herausstellen? Wird die quälende Torwartfrage am Ende irgendwie noch gut ausgehen, nachdem der anfangs so sympathisch energische Trainer Nagelsmann den zuverlässigen Torwart Oliver Baumann so empathiefrei auf die Ersatzbank zurückversetzte? Wird es sich auszahlen, dass Nagelsmann im Zweifel auf junge bis sehr junge Spieler setzt, statt (wie die Bundestrainer früherer Zeiten) auf bewährte aber inzwischen zu langsame (Rüdiger) Kräfte? Werden sich vielleicht gar Hoffnungsträger wie Denis Undav oder Asan Ouédraogo sensationell in die Startelf spielen und dort Furore machen? Auf dem Papier, so sieht es vor dem ersten Spiel gegen Curacao aus, hat die deutsche Elf keine Chance gegen die Qualität von Mannschaften, wie Frankreich, Spanien, England. Wie steht’s mit vermeintlichen Geheimtips wie Marokko, Türkei oder Algerien? Die ersten Spielergebnisse der Vorrunde brachten Überraschungen. Den Wettbüro-Favoriten werden in den Hitzekesseln der amerikanischen Riesenstadien von vermeintlichen „Fußballzwergen“ die Grenzen aufgezeigt. Die Schweiz verliert gegen Katar 0:2, die Brasilianer erreichen gegen Marokko nur ein Unentschieden. Mal sehen, wie es Deutschland morgen ergeht.

14. Juni 2026, 23 Uhr – Es erging ihnen fast durchgehend großartig. Nach Wirtz‘ trocken kurzem Zuspiel in der dichtbevölkerten Box Curacaos gelingt Nmecha (6.) das erste deutsche WM-Tor, der bislang wirkungsvolle aber eher unscheinbare offensive Mittelfeld-Mann entpuppt sich als Goalgetter. Man lehnte sich bequem zurück auf der Couch und freute sich auf ein lockeres Trainingsspiel. Da schießen, abgefälscht durch die Beine von Kimmich, die Blaugelben aus dem Lande Curacao (500.000 Einwohner) wie aus dem Nichts den Ausgleich. Deutschland (83,5 Millionen) wackelt. Und findet sich wieder. Einen Standard, getreten vom starken Nathaniel Brown, verwandelt Schlotterbek (38.) mit dem Kopf zum (er)lösenden Ausgleich, und erneut Nmecha holt einen Elfmeter heraus, den Haverts (43.) nach der Harry- Methode, mit getrappeltem Anlauf ungemein entspannt noch in der ersten Halbzeit verwandelt. Nach der Pause geht es so weiter. Von Kimmich steil rechts in die Box geschickt, gelingt Musiala (47.) aus engem Winkel, fast mit dem Rücken zum Tor (nach Art Gerd Müllers), von halbrechts mit dem rechten Fuß ein Treffer ins lange Eck, das wird ihn weiter aufbauen. Er wird danach schonend durch Undav ersetzt. Der führt sich stark als Vorbereiter ein. Sein kurzes Zuspiel per Hacke auf Brown macht auch den ungemein beweglichen Linksverteidiger (Bayern ist an ihm dran) zum Torschützen. Es ist Kimmich, der Undav (78.) in die eigentlich voll zugestellte Box schickt, Undav schießt in echter Mittelstürmer-Manier das 6:1 und vollendet (sich) im Rahmen eines Konters mit einem genialen Steilpass auf Haverts (88.), der den Ball, bis zum letzten Moment spannend, per Chip über den Torwart hinweg einnetzt. 7:1 – das kann sich für den Anfang sehen lassen. Das vorerst einzige Problem bleibt Sané. Wer Undav lobt, muss über Sané endgültig den Stab brechen, denn nur die rechte Außenposition steht derzeit zur Disposition. Bis auf eine weitere 100 Prozent-Chance, die er wieder nicht im Tor unterbringt, kam von Sané nicht viel. Mein Vorschlag: Sané raus, Haverts auf rechts, Undav in die Mitte. Er und Havertz haben beim letzten Treffer gezeigt, wie viel da noch möglich ist. Die Flanken von rechts in den Strafraum (die von Sané ohnehin selten kamen) können, wenn’s sein muss und passt, auch Leute wie Kimmich oder Musialla oder Havertz schlagen.

15. Juni, 21 Uhr – Die Sache mit den Underdogs wächst sich aus. Katar mit dem Unentschieden gegen die Schweiz ist der bisherige Star am Himmel des globalen Südens (vergessen der Irankrieg). Aber nun Cap Verde (530.000 Einwohner), der kleine Inselstaat an der nördlichen Westküste Afrikas schaffte, wie es hieß, „eine der größten Sensationen in der WM-Geschichte des Fußballs“. Die kapverdische Mannschaft spielte, nachdem die 10 Minuten Nachspielzeit der zweiten Halbzeit durchgestanden waren – 0:0 gegen den großen WM-Favoriten Spanien!

In einem echt lustigen kleinen Film auf Sportschau.de ist die pure Freude, das Fußballglück der Kapverdinnen und Kapverden mitzuerleben (man muss für die Doku-Perle, wie das so ist mit den Underdogs, ganz hinunter scrollen; ich hoffe, sie bleibt überhaupt verfügbar in dieser ansonsten doch mit viel Künstlichkeit aufgeladenen WM-Atmosphäre). Die Aufstockung der Teilnehmerzahl auf 48 Länder durch die FIFA hatte mit Sicherheit allein finanzielle Gründe. Doch es ist sicher kein Zufall, dass in der Zeit der sich anbahnenden großen Transformation, in der sich die Welt befindet, damit – ungewollt aber symbolhaft und erstmals in solcher Ballung – im Zusammenhang mit dem Weltfußball Ländernamen wie Jordanien, Katar, Iran, Kap Verde, Curacao, Panama, Senegal, Elfenbeinküste, Irak, Haiti et al. leibhaftig verschwitzt und unermüdlich und teils schon echt heroisch in Erscheinung treten.

16. Juni 2026, 00.30 Uhr – Die nächste Sensation. Belgien (mit de Bruyne, Lukaku) rettet sich nach 0:2 Rückstand in ein Unentschieden gegen Ägypten (Mo Salah, er verlässt den FC Liverpool nach neun glorreichen Jahren).

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Tulsi Gabbard…

(…) In turbulenten Zeiten wie der Gegenwart purzeln die Verschwörungstheorien, die Wahrheit hinter den meisten aller behaupteten „Verschwörungen“ wird als reale Verschwörung sichtbar. Die Sache mit den Bio-Laboren galt neben 9/11 viele Jahre als Inbegriff der Verschwörungstheorie. Mit der Keule „Verschwörungstheorie“ im rhetorischen Gepäck hatten Kriegstreiber und Verschwörungspraktiker jeder Couleur in Parlamenten und Talkshows leichtes Spiel, wenn man sie mit den Tatsachen konkrontierte.

Sie haben alle gelogen, sagt Gabbard und nennt Namen. Wer, wenn nicht diese langjährige Koordinatorin aller US-amerikanischen Geheimdienste sollte das besser wissen? Gabbard hat im Weißen Haus zum 30. Juni 2026 gekündigt. Der Grund dafür ist die Knochenkrebs-Erkrankung ihres Mannes, dem beizustehen ihr, nach eigener Auskunft, jetzt wichtiger ist als die Politik. Ihre Erklärung zu den US-Biolaboren ist ein Abschiedsgeschenk an alle, die sich an der belegten Realität orientieren, statt an unbewiesenen Behauptungen.

Ich verlinke diesen Text bewusst mit dem Beitrag, den RT Deutsch zum Thema veröffentlicht hat, RT DE ist nach Ansicht unserer „Medienexperten“ eines der führenden Desinformationsorgane in Deutschland“, ein „russischer Propagandasender“. Alle auf RT DE erwähnten Fakten zum Thema Bio-Labore der USA stammen allerdings von Tulsi Gabbard, sie trägt sie in dem Video, das dem Beitrag beigefügt ist, selbst vor.

Das Thema „Bio-Labore“ habe ich auf diesen Seiten zum ersten Mal im September 2022 behandelt. Schon damals war aufgrund der verfügbaren Informationen klar, dass diese „Bio-Labore“ genaugenommen natürlich „Biowaffen-Labore“ sind. Die damalige Vize-Außenministerin Victoria Nuland („Fuck the EU“) in dem Video, das sie im Verhör vor einem Ausschuss des Kongresses zeigt (sie wurde vom späteren Außenminister Marco Rubio scharf nach den Bio-Laboren der USA in der Ukraine befragt), sprach von „biologisch forschenden Einrichtungen“ (biological researching facilities), sie bestätigte auf ihre Weise das Vorhandensein von Laboren in der Ukraine, die mit lebensgefährlichen Substanzen hantieren.

Roughly vier Jahre nach meinem Text zum Thema Bio-Labore habe ich am 14. Juni 2026 erneut dazu gegoogelt, meine Frage war: Wer außer RT Deutsch berichtet in der unvergleichlichen deutschen Medienvielfalt über Gabbards, für hiesige Verhältnisse doch eigentlich sensationelle Widerlegung aller Verschwörungs-und Faktenchecker? Von Spiegel bis Tagesschau und Bildzeitung – nichts. Das deutschsprachige Ausland in Gestalt der Neuen Züricher Zeitung als einziger Fund spulte zeitnah (aber verschlüsselt) schon im Vorspann das übliche Wording ab.

Ansonsten nur Vergangenes. Bereits im Mai 2024 hatte Gabbard öffentlich „eine Überprüfung“ der US-amerikanischen Bio-Labore in aller Welt angekündigt. Ich zitiere die Faktenchecker vom German-Austrian Digital Observatory (GADMO), weil deren Ausführungen vom 12. November 2024 nach dem gleichen Muster gestrickt sind wie schon die in der NZZ. Dass dieses Muster europaweit gilt, macht als dritter Fund in einer mageren Auswahl die Tagesschau von vor vier Jahren deutlich.

Unbelegte Behauptungen? Sie sind jetzt belegt. Von der Tagesschau aber, vier Jahre später, wiederum nichts.

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Ukraine wird zum Weltkriegsherd

Friedrich Merz am 9. Juli 2026 vor dem Bundestag

„Deutschland darf wohl bald weitreichende Marschflugkörper bestellen“ meldet die Tagesschau als wär’s das Normalste von der Welt und teilt die Begeisterung der Regierung. Deutschland hat um Erlaubnis gebettelt, müsste es heißen. Es hat sie bekommen. Vom „großen Bruder“ im Weißen Haus. Es ist inzwischen, als würden wichtige Teile des Nachrichten-Flagschiffs der ARD direkt von Kanzleramt (CDU), Verteidigungsministerium (SPD) und Rüstungsindustrie produziert. Zur besten Sendezeit, nach der Übertragung des WM-Achtelfinals Argentinien gegen Ägypten, sah man Tage zuvor zu Beginn der Tagesschau minutenlang eine, wie eine Gemeinschaftsproduktion der Kriegsschiffsparte der Firma Thyssen-Krupp und des Kanzleramts zum Thema U-Bootbau mit Norwegen und Kanada daherkommende, Propaganda- und Jubelarie für den Krieg. Statt neutral abwägender Berichterstattung – edel und markenstark aufgemachte Werbung für teure Waffen und extrem unbeliebte Kanzlerdarsteller im blauen Anzug (wer’s anders sieht, als die Regierung, bekommt das Konto gesperrt).

Da wird in aller Offenheit der große Krieg gegen einen angeblichen Feind vorbereitet – und keiner darf merken oder gar kritisieren, dass dieser Krieg (wie die allermeisten Kriege) von vorn bis hinten eine Lüge ist, die einigen Milliardären viele Milliarden und vielen Millionen den Tod bringt.

Denn RUSSLAND hat es offensichtlich satt, sich von den von Deutschland angeführten europäischen Kriegsfantasten und Kriegstreibern mit immer neu eskalierenden Provokationen auf der Nase herumtanzen zu lassen. Statt, wie Westmedien-Nutzer glauben, immer nur zu „drohen“, kündigt die Regierung der Russischen Föferation ihre Vergeltungsschläge und deren Grund jedesmal vorher besonnen und medienöffentlich an. Russland hat auf seine für Jahre technisch überlegenen Raketen (Oreshnik, Kinshal, Sarmat, Iskander) seit November 2024 freilich nur immer dringlicher hingewiesen. Und jetzt beginnen die Russen, von der vollen Zerstörungskraft dieser Waffen physisch Gebrauch zu machen. Vorerst gezielt gegen Entscheiderzentren, Rüstungsbetriebe, Militäranlagen und Infrastruktur in Kiew. Sie machen indes keinen Hehl daraus, dass diese Waffen – vom Westen unabwehrbar – im Bedarfsfall auch bis nach Deutdvhland oder UK fliegen könnten. Im Rahmen des Völkerrechts. Das Völkerrecht erlaubt nämlich einem Staat, der sich im Krieg mit einem anderen Staat befindet, dritte und weitere Staaten militärisch anzugreifen, soweit sie ihr Staatsgebiet, ihre Ressourcen, ihre Kriegswaffen zu Angriffen auf diesen Staat zur Verfügung stellen und sich somit zur Kriegspartei machen.

Bundesministerium der Verteidigung

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Gemeinsame Erklärung der Russischen Föderation und der Volksrepublik China zur Gestaltung einer multipolaren Welt und internationaler Beziehungen neuer Art

20. Mai 2026

Die Russische Föderation und die Volksrepublik China (im Folgenden „die Vertragsparteien“), Zivilisationen mit einer langen Geschichte, Gründungsmitglieder der Vereinten Nationen (UNO) und ständige Mitglieder ihres Sicherheitsrats, wichtige Machtzentren einer multipolaren Welt, die eine konstruktive Rolle bei der Aufrechterhaltung des globalen Kräftegleichgewichts und der Verbesserung des Systems der internationalen Beziehungen spielen,

geleitet von den Grundsätzen der Gemeinsamen Erklärung Russlands und Chinas über eine multipolare Welt und die Gestaltung einer neuen internationalen Ordnung vom 23. April 1997, der Gemeinsamen Erklärung der Russischen Föderation und der Volksrepublik China zur internationalen Ordnung im 21. Jahrhundert vom 1. Juli 2005, der Gemeinsamen Erklärung der Russischen Föderation und der Volksrepublik China zur aktuellen Weltlage und zu wichtigen internationalen Problemen vom 4. Juli 2017, der Gemeinsamen Erklärung der Russischen Föderation und der Volksrepublik China über die internationalen Beziehungen, die in eine neue Ära eintreten, und die globale nachhaltige Entwicklung vom 4. Februar 2022,

erklären Folgendes:

1. Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs beschleunigen sich die Veränderungen der internationalen Landschaft und der Machtverhältnisse in der Welt.

Einerseits haben die Welle der Entkolonialisierung und das Ende des Kalten Krieges zu einer erheblichen Zunahme der Zahl souveräner Staaten in der Welt geführt. Die Weltgemeinschaft ist vielfältiger und komplexer geworden. Es kam zu einem Anstieg des Entwicklungsniveaus und des internationalen Einflusses der Staaten in Asien, Afrika, dem Nahen Osten, in Lateinamerika und der Karibik. Die Zahl der regionalen und überregionalen Zusammenschlüsse, deren Tätigkeit alle Bereiche der internationalen Beziehungen umfasst   – von Politik und Sicherheit bis hin zu Wirtschaft und humanitären Belangen   –, hat zugenommen, und ihre Rolle in den globalen Beziehungen nimmt stetig zu. Die Vernetzung und gegenseitige Abhängigkeit in der Welt haben ein in der Geschichte der Menschheit beispielloses Ausmaß erreicht.

Die Versuche einer Reihe von Staaten, die Weltpolitik einseitig zu steuern, ihre Interessen der ganzen Welt aufzuzwingen und die Möglichkeiten der souveränen Entwicklung anderer Länder im Geiste der Kolonialzeit einzuschränken, sind gescheitert. Das System der internationalen Beziehungen im 21. Jahrhundert durchläuft einen tiefgreifenden Wandel und entwickelt sich evolutionär hin zu einem dauerhaften Zustand der Polyzentrizität und der Herausbildung einer neuen Art internationaler Beziehungen.

Die meisten Staaten haben angesichts der gesammelten historischen Erfahrungen tiefgreifend erkannt, dass eine neue Ära angebrochen ist und dass es notwendig ist, den Weg zur Bildung einer enger verbundenen internationalen Gemeinschaft sowie zur gegenseitigen Achtung der grundlegenden Interessen, zur Gleichheit, Gerechtigkeit und zum für alle Seiten vorteilhaften Zusammenwirken zu beschreiten, ohne die Welt in antagonistische Regionen und Blöcke zu spalten.

Andererseits wird die Lage in der Welt immer komplexer. Negative neokoloniale Tendenzen wie die Praxis einseitiger Machtansätze, die Hegemonialpolitik und die Konfrontation zwischen Blöcken nehmen zu. Grundlegende, allgemein anerkannte Normen des Völkerrechts und der internationalen Beziehungen werden regelmäßig missachtet; für die Staaten wird es schwieriger, ihre Handlungen abzustimmen und Konflikte im Rahmen der Institutionen der globalen Governance beizulegen, von denen viele an Wirksamkeit verlieren. Die Agenda für Frieden und Entwicklung weltweit steht vor neuen Risiken und Herausforderungen; es besteht die Gefahr einer Fragmentierung der internationalen Gemeinschaft und der Rückkehr zum „Gesetz des Dschungels“.

2. Im Eintreten für einen harmonischen Prozess der Herausbildung einer gleichberechtigten und geordneten multipolaren Welt sowie internationaler Beziehungen neuen Typs, einschließlich eines gerechteren und rationaleren Systems der globalen Governance, verpflichten sich die Vertragsparteien und rufen die internationale Gemeinschaft dazu auf, in ihren gegenseitigen Beziehungen die folgenden Grundprinzipien zu beachten:

1) den Grundsatz der Offenheit der Welt für eine inklusive und für alle Seiten vorteilhafte Zusammenarbeit.

Es ist wichtig, die Spaltung der Welt zu überwinden und zur Beseitigung grenzüberschreitender Barrieren in verschiedenen Bereichen beizutragen, wobei die Souveränität, die territoriale Integrität und die Eigenständigkeit aller souveränen Staaten zu achten sind. Es gibt keinen universellen Entwicklungsweg in der Welt, und es gibt keine Länder und Völker „erster Klasse“. Die in einer derart vielfältigen und komplexen Welt natürlichen Unterschiede zwischen den Staaten dürfen kein Hindernis für die Entwicklung gleichberechtigter, respektvoller und für beide Seiten vorteilhafter Beziehungen zwischen ihnen sein. Die Wahl des Entwicklungsweges und des Entwicklungsmodells eines jeden souveränen Staates muss respektiert werden. Die Demokratisierung der internationalen politischen Beziehungen und der Aufbau einer offeneren Weltwirtschaft entsprechen den grundlegenden Interessen aller Länder der Welt. Einseitige Ansätze zur Lösung gemeinsamer Probleme, Hegemonialismus und eine Politik der Nötigung in jeglicher Form sind inakzeptabel;

2) den Grundsatz der unteilbaren und gleichen Sicherheit.

Die Bildung einer geschlosseneren internationalen Gemeinschaft vor dem Hintergrund wachsender gemeinsamer Risiken und Herausforderungen für die Menschheit bedeutet, dass die Sicherheit eines Staates nicht auf Kosten der Sicherheit eines anderen gewährleistet werden darf. Alle souveränen Staaten haben das gleiche Recht auf Sicherheit. Es ist notwendig, den berechtigten Sicherheitsbedenken aller Länder gebührende Aufmerksamkeit zu schenken, sich an der Zusammenarbeit in Sicherheitsfragen zu orientieren, Blockkonfrontationen und Strategien des „Nullsummenspiels“ abzulehnen, gegen die Ausweitung von Militärbündnissen, „hybrider“ Kriege und Kriege „mit fremden Händen“ einzutreten sowie die Schaffung einer erneuerten, ausgewogenen, wirksamen und nachhaltigen Architektur der globalen und regionalen Sicherheit voranzutreiben. Meinungsverschiedenheiten und Streitigkeiten sollten auf friedlichem Wege beigelegt werden, wobei die Ursachen von Konflikten beseitigt werden müssen. Es ist unzulässig, souveräne Staaten zur Aufgabe ihrer Neutralität zu zwingen;

3) den Grundsatz der Demokratisierung der internationalen Beziehungen und der Verbesserung des globalen Governance-Systems.

Alle Staaten und ihre Zusammenschlüsse sind frei in der Wahl ihrer ausländischen Partner und der Modelle der internationalen Zusammenarbeit. Eine Hegemonie in der Welt ist unzulässig und muss verboten werden. Kein Staat und keine Staatengruppe darf die internationalen Angelegenheiten kontrollieren, über das Schicksal anderer Länder verfügen und die Entwicklungsmöglichkeiten monopolisieren. Das System der globalen Governance und Regulierung muss die Voraussetzungen für eine gleichberechtigte Teilhabe aller Staaten an politischen Entscheidungsprozessen und deren Nutzung gewährleisten und sich kontinuierlich weiterentwickeln. In der globalen Governance, die ein wichtiges Instrument zur Ordnung des Systems der internationalen Beziehungen darstellt, müssen die souveräne Gleichheit, die Vorrangstellung des Völkerrechts, Multilateralismus, ein menschenzentrierter Ansatz und Ergebnisorientierung gewahrt werden. Dazu ist es notwendig, die Rolle des Multilateralismus als Hauptinstrument zur Lösung vielschichtiger und komplexer globaler Probleme zu stärken und eine Schwächung der Vereinten Nationen zu verhindern. Die Reform der Vereinten Nationen und anderer multilateraler Institutionen muss den Interessen der gesamten Menschheit dienen und die Repräsentativität sowie das Mitspracherecht der Entwicklungsländer im internationalen System konsequent stärken. Die Charta der Vereinten Nationen ist eine grundlegende Norm der internationalen Beziehungen, und ihre Prinzipien müssen in ihrer Gesamtheit und in ihrem Zusammenhang eingehalten werden. In einem engen Kreis von Staaten ausgearbeitete Regeln dürfen das allgemein anerkannte Völkerrecht nicht ersetzen. Großmächte müssen eine besondere Verantwortung und Mission übernehmen, zusätzliche Anforderungen an sich selbst stellen und ihre Vorteile nicht missbrauchen;

4) die weltweite Vielfalt der Zivilisationen und Werte.

Alle menschlichen Zivilisationen sind wertvoll und gleichberechtigt; Zivilisationen lassen sich nicht in hochentwickelte und unterentwickelte, starke und schwache unterteilen. Das geistig-moralische System nicht einer Zivilisation darf als einzigartig oder anderen überlegen betrachtet werden. Alle Länder müssen für eine Haltung gegenüber Zivilisationen eintreten, die auf Gleichheit, gegenseitigem Erfahrungsaustausch und Dialog beruht; sie müssen gegenseitigen Respekt, Verständnis, Vertrauen und den Austausch zwischen verschiedenen Nationalitäten und Zivilisationen stärken, das gegenseitige Verständnis und die Freundschaft der Völker aller Länder fördern und die Vielfalt der Kulturen und Zivilisationen schützen. Es ist notwendig, sich entschieden gegen die Nutzung der Menschenrechte als Vorwand für die Einmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten sowie gegen die Politisierung und Instrumentalisierung von Menschenrechtsfragen auszusprechen. Die Religion ist ein wichtiger Träger der menschlichen Kultur, die eine besondere Rolle beim Aufbau von Beziehungen zwischen den Völkern spielt, und alle Staaten sollten förderliche Bedingungen für den interreligiösen Dialog und Austausch schaffen.

3. Die Parteien werden weiterhin eine gemeinsame Vision für die Gestaltung einer multipolaren Welt und gerechterer internationaler Beziehungen neuer Art entwickeln.

Der Iran-Krieg als ETE (Empire Terminating Event).

Von Scott Ritter

Das Scheitern der Vereinigten Staaten und Israels, den Iran nach fast 40 Tagen ununterbrochener Bombardements unter Einsatz der gesamten konventionellen Schlagkraft zweier der größten und modernsten Luftstreitkräfte der Welt zu besiegen, ist mehr als nur eine militärische Demütigung. Die Niederlage der US-israelischen Hegemonialmacht durch den Iran hat Folgen ausgelöst, die weit über die geografischen Grenzen des Persischen Golfs und des Nahen Ostens hinausreichen – der Zusammenbruch des Vertrauens in das transatlantische NATO-Bündnis und die faktische wirtschaftliche und politische Entmachtung wichtiger asiatischer Bündnisse signalisieren, in Verbindung mit dem faktischen Abbau der US-Militärarchitektur, die jahrzehntelang die Sicherheit im Persischen Golf gestützt hat, das Ende des amerikanischen Imperiums, das seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs über die Welt herrschte.

Die Nationale Sicherheitsstrategie (NSS) der Vereinigten Staaten von 2025 stellte eine Blaupause für das neue amerikanische Imperium dar, wie es von Donald Trump definiert wurde. Das Dokument diente als Anscheinsbeweis für die Arroganz und Ignoranz, die zusammen die nationale Sicherheitspolitik von Trumps Amerika prägten. Angefangen mit der erklärten Absicht, „das mächtigste, tödlichste und technologisch fortschrittlichste Militär der Welt zu rekrutieren, auszubilden, auszurüsten und einzusetzen“, das entweder Kriege abschrecken oder „sie schnell und entschlossen gewinnen sollte, mit möglichst geringen Verlusten für unsere Streitkräfte“, um dann den Wunsch nach „Raketenabwehrsystemen der nächsten Generation – einschließlich eines Golden Dome für das amerikanische Heimatland – zum Schutz des amerikanischen Volkes, amerikanischer Vermögenswerte im Ausland und amerikanischer Verbündeter“ zu verkünden, beschrieb Trumps NSS eine Welt, die eher im Reich der Fantasie als in der Realität existierte und eine Erzählung projizierte, die sich als das genaue Gegenteil dessen herausstellte, was während der aktuellen Kampfhandlungen zwischen der US-israelischen Hegemonie und dem Iran geschah.

Nichts konnte abgeschreckt werden, und die vereinten Streitkräfte der USA und Israels erwiesen sich als unfähig, ihren Willen auf dem Schlachtfeld durchzusetzen, während die hochentwickelten Raketen und Drohnen des Iran die Raketenabwehrsysteme der USA, Israels und der arabischen Golfstaaten ad absurdum führten.

Arroganz und Ignoranz führen zusammen zu Einschätzungen, die weit von der Realität entfernt sind, und nirgendwo traf dies mehr zu als bei den der Trump-Regierung zugrunde liegenden Annahmen über den Iran und den Nahen Osten, wie sie in der NSS 2025 dargelegt wurden. Zwar wurde festgestellt, dass „Konflikte nach wie vor die problematischste Dynamik im Nahen Osten darstellen“, doch erklärte die NSS 2025 weiter, dass der Iran – den sie als „die wichtigste destabilisierende Kraft der Region“ bezeichnete – durch Maßnahmen der USA und Israels seit Oktober 2023 geschwächt worden sei. In Trumps Grundsatzdokument hieß es, dass die Aufrechterhaltung der Schifffahrtsfreiheit in der Straße von Hormus und im Roten Meer ebenso wie die Sicherheit Israels eine oberste Priorität der Vereinigten Staaten darstelle.

Diese Bedenken könnten jedoch, wie in der NSS 2025 festgestellt wurde, schnell ausgeräumt werden, da sich dank der Führung von Präsident Trump eine neue Realität herausgebildet habe. „Die Zeiten, in denen der Nahe Osten die amerikanische Außenpolitik sowohl in der langfristigen Planung als auch in der täglichen Umsetzung dominierte, sind glücklicherweise vorbei“, und stattdessen habe sich die Region „zu einem Ort der Partnerschaft, Freundschaft und Investitionen entwickelt – ein Trend, der begrüßt und gefördert werden sollte“.

Wenn man den Nahen Osten heute betrachtet, muss man anerkennen, wie weit die NSS 2025 in Bezug auf den Iran und den Nahen Osten daneben lag.

Der Kern des Scheiterns der US-Politik gegenüber dem Iran liegt in der Diskrepanz zwischen den erklärten „Grundwerten“ der Trump-Regierung und der Art und Weise, wie diese „Werte“ in die Tat umgesetzt wurden. Die NSS von 2025 erklärte, die USA wollten „verhindern, dass eine gegnerische Macht den Nahen Osten, dessen Öl- und Gasvorkommen sowie die Engstellen, durch die diese fließen, dominiert, und gleichzeitig die ‚ewigen Kriege‘ vermeiden, die uns in dieser Region unter hohen Kosten festgefahren haben“, während sie an einer Politik der Nichteinmischung festhielten, die anerkannte, dass Krieg „schlecht für die amerikanischen Interessen“ sei. Die USA, so erklärte diese NSS von 2025, betrachteten „friedliche Handelsbeziehungen mit den Nationen der Welt, ohne ihnen demokratische oder andere gesellschaftliche Veränderungen aufzuzwingen, die stark von ihren Traditionen und ihrer Geschichte abweichen“, als den neuen amerikanischen Standard und erklärten, Präsident Trump werde „unkonventionelle Diplomatie, Amerikas militärische Macht und wirtschaftlichen Einfluss nutzen, um die Glut der Spaltung zwischen atomwaffenfähigen Nationen und gewalttätige Kriege, die durch jahrhundertelangen Hass verursacht wurden, gezielt zu löschen“.

Diese Überlegungen schienen jedoch den dominierenden Einfluss, den der Staat Israel auf die Außen- und Sicherheitspolitik der Vereinigten Staaten ausübt, nicht zu berücksichtigen. Nichts in der NSS 2025 deutet darauf hin, dass der Präsident der Vereinigten Staaten eine politische Linie verfolgen würde, die ihm isoliert von einem israelischen Premierminister und einem israelischen Geheimdienstchef dargelegt wurde, und dann den Konsens seines eigenen Kabinetts und seiner militärischen Berater missachten würde, wenn es darum ging, einen Krieg gegen den Iran zu beginnen, der gegen jeden Grundsatz verstieß, den die NSS 2025 angeblich vertrat.

Und niemand hätte logischerweise angenommen, dass „unkonventionelle Diplomatie“ mehrere Verratshandlungen seitens der Vereinigten Staaten beinhalten würde, die diplomatische Kontakte als Vorwand nutzten, um Überraschungsangriffe auf die iranische Führung zu ermöglichen und genau jene Art von Regimewechsel herbeizuführen, die ein auf der Achtung souveräner Unterschiede basierender Nichtinterventionismus eigentlich hätte ausschließen sollen.

Anstelle von Frieden und Wohlstand hat Trumps Politik – die sich aus israelischen Interessen ableitete, welche erheblich von den erklärten Zielen und Absichten der NSS 2025 abwichen – die Region am Persischen Golf von Gewalt verwüstet, die Energieproduktionskapazitäten der Region durch Angriffe auf kritische Infrastruktur und die Sperrung der Straße von Hormus lahmgelegt, die Militärstützpunkte, auf die sich die USA zur Projektion ihrer Militärmacht stützten, in Trümmern hinterlassen, und wichtige arabische Verbündete am Golf fühlten sich betrogen und im Stich gelassen, als jahrzehntelange Sicherheitsgarantien und Zusicherungen der USA angesichts der Realität der iranischen Fähigkeiten im Bereich ballistischer Raketen und Drohnen zusammenbrachen, die sich als entscheidende Überlegenheit gegenüber den von den USA bereitgestellten Raketenabwehrsystemen erwiesen, die unter großem finanziellen Aufwand angeschafft und stationiert worden waren.

Das Scheitern der USA fand jedoch weit über den Nahen Osten hinaus Resonanz. Die Brüchigkeit der amerikanisch-europäischen Beziehungen, die bereits durch den Vorwurf des „Trittbrettfahrens“ Europas und einen gescheiterten Stellvertreterkrieg gegen Russland in der Ukraine belastet war, wurde bis zum Zerreißen strapaziert, als der europäische Widerstand gegen das Vorgehen der USA gegen den Iran auf die strategische Überzeugung der USA stieß, dass die europäische Komponente des NATO-Bündnisses auf US-amerikanische Hilfsersuchen reagieren müsse, selbst wenn der Konflikt außerhalb der rationalen geografischen Grenzen des transatlantischen Bündnisses lag. So wie die Dinge derzeit stehen, liegt das NATO-Bündnis in Trümmern, höchstwahrscheinlich irreparabel, in seinen aktuellen Zustand getrieben durch die Niederlage der USA gegen den Iran.

Der Pazifikraum wurde in der Nationalen Sicherheitsstrategie (NSS) von Trump für 2025 als für die Vereinigten Staaten besonders wichtig hervorgehoben. In dieser Hinsicht setzte die Trump-Regierung nicht nur auf die eigene militärische Kapazität der Vereinigten Staaten, um China in Taiwan und im Indopazifik herauszufordern, sondern auch auf ein Netzwerk von Allianzen, darunter ein Dreiparteienabkommen mit Japan und Südkorea, die AUKUS-Allianz (Australien, Vereinigtes Königreich und USA) sowie das „Quad“-Sicherheitsbündnis, das die USA, Japan, Indien und Australien zusammenbringt. Die kombinierte Wirkung der US-Fähigkeiten und der Kräfte, die aus diesen Allianzen und Partnerschaften mobilisiert werden konnten, sollte eine „militärische Überlegenheit“ gegenüber China gewährleisten.

Heute liegt dieses System aus Bündnissen und Partnerschaften in Trümmern, zerstört durch die offensichtliche Ohnmacht des US-Militärs im Umgang mit China, die Unzuverlässigkeit der US-Sicherheitsgarantien und die wirtschaftlichen Folgen des Scheiterns der US-Politik gegenüber dem Iran. Raketenabwehrnetze, die das Konzept der „militärischen Überlegenheit“ gegenüber China untermauerten, erwiesen sich als unwirksam gegen die Raketenbedrohung durch den Iran. Als zudem ein Verbündeter der USA – Israel – zusätzliche Unterstützung bei der Raketenabwehr benötigte, baute die USA genau jene Raketenabwehrarchitektur ab, die sie in Asien zur Verteidigung ihrer Verbündeten errichtet hatte, und zwar ohne vorherige Genehmigung oder gar Abstimmung.

Zudem bedeutete die Unfähigkeit der USA, den Iran daran zu hindern, die Straße von Hormus zu sperren, oder die Houthis im Jemen daran, die Schifffahrtswege im Roten Meer zu blockieren, eine Katastrophe für die Volkswirtschaften aller pazifischen Verbündeten Amerikas. Die Tatsache, dass das Scheitern der US-Politik so schnell zu einer wirtschaftlichen Katastrophe führte, die aus der Energieunsicherheit herrührte, offenbarte die Achillesferse der Außen- und Militärpolitik der USA unter Donald Trump – letztlich waren das bei den USA nur große Worte und wenig Taten.

Oder wie man in Texas sagt: „All hat, no cattle.“ (Alles nur Hut, keine Rinder.)

Kurz gesagt: Der amerikanische Hund jagt nicht.

Und so, meine Damen und Herren, sterben Imperien.

Der Krieg zwischen den USA und dem Iran wird als kolossale Niederlage der USA und Israels gegen den Iran in die Geschichtsbücher eingehen.

Aber es ist so viel mehr als das.

Die Niederlage der USA ist ein Ereignis, das das Ende eines Imperiums einläutet.

Der Abschied mag noch Jahrzehnte auf sich warten lassen, oder der Zusammenbruch könnte sich in den nächsten Monaten und Jahren rasch vollziehen.

Aber unter dem Strich gilt: Die Welt, die Donald Trump in seiner Nationalen Sicherheitsstrategie von 2025 entworfen hat, existiert nicht mehr – falls sie das überhaupt jemals getan hat.

Wir treten in eine schöne neue Welt ein, in der die globale Hegemonialmacht durch aufstrebende Regionalmächte ersetzt wurde, die einen besseren Weg der Koexistenz finden müssen als den von den Vereinigten Staaten eingeschlagenen.

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Wird der Irankrieg zum jüngsten Gericht?

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Ein neues Staatsoberhaupt wurde gewählt. Iran schloss Verhandlungen aus. Auf jeden Airstrike der US-Israelis folgte der Gegenschlag. Die vom Westen zu 80 Prozent als vernichtet gemeldeten Hyperschall-Raketen und Drohnen der Revolutionsgarden – ihre Silos und Arsenale tief in der Erde eines Landes vergraben, dessen Fläche viermal so groß ist wie die der Bundesrepublik – treffen überraschend präzis, chinesische und russische Intelligenz helfen ihnen (GPS gegen Beidu). Die Sperrung der Straße von Hormuz durch den Iran verlagert den Krieg dorthin, woher er kommt: in die Welt der Finanzkonzerne und Rüstungsgiganten. Sie geraten unter Feuer, ihnen wird der Ölhahn abgedreht, der Petrodollar zieht, wenn es an den Kontrollstellen um die Durchfahrtsgebühren geht, gegenüber dem Yuan den Kürzeren. Die Mullahs sind nicht die Erfinder einer solchen Maßnahme. Die erste Sperrung der Straße von Hormuz richtete 1951 die britische Marine ein. Seit 1914 haben die USA mit dem Panamakanal bislang 800 Milliarden Dollar verdient.

In der kubanischen Schweinebucht, in Vietnam, Irak, Afghanistan erlitten die USA schwere Niederlagen; sie haben ihnen nicht das Genick gebrochen. Nun aber spricht der iranische Parlamentspräsident Mohammad Ghalibaf Sätze:

Folgt man (vom Westen unabhängigen) Experten wie Pepe Escobar, beginnt für den Iran der Krieg erst jetzt. Was hat der Iran in seinen unterirdischen Bunkern und Silos noch aufzubieten an Munition und waffentechnologischer Innovation? Wird er in der Lage sein, den Zionisten aus Israel und den USA eine strategische Niederlage zuzufügen?

Die Welt nach diesem Krieg, so viel ist sicher, wird eine sehr andere sein als jene, die wir ja auch schon kaum kennen.

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Jürgen Wohlers presente

STANDORT Februar 2026 – Dr. Wohlers – (C) Stefan Siegert

St. Georg ist ein alsternaher, von alter Architektur und dunkel vielgesichtigen Innenhöfen geprägter Hamburger Stadtteil. Seit Ende des Zweiten Weltkriegs mischte sich hier die alteingesessene Bevölkerung, Handwerker, kleine Beamte, Ladenbesitzer, zwanglos mit Künstlern, Schauspielern vom Schauspielhaus, Intellektuellen, Studenten. Es entstand ein atmosphärisch interessantes Gemisch aus Arbeit, Alltag und Kreativität, ein Stadtteil mit Alsterblick.

Beginnend in den Nullerjahren wurde nun allerdings auch dieser Stadtteil, von der – auf Deutsch gesagt – Seuche einer dissozialen, kulturbarbarischen Wirtschaftslogik namens „Neoliberalismus“ erfasst. Deren „marktradikale Handlungsimpulse“ erwischten 2012 auch den Buchladen „Dr. Robert Wohlers“ in der Langen Reihe 68. Ein ganz gewöhnlicher Hausbesitzer hatte den für ganz gewöhnliche Hausbesitzer offensichtlich zwingenden Gedanken: dermaßen viele Quadratmeter, in bester Lage, mit repräsentativer Originalfassade, gusseiserne Löwenköpfe am Eingang inclusive – und das alles gefüllt mit ein Paar läppischen Büchern und etwas so prickelnd Neuem wie ein Antiquariat? Er trieb die Miete schlagartig in Höhen, bei denen er sicher sein konnte, sie würden für den armen Wohlers „nicht mehr darstellbar“ sein. Wir Bürgerinnen und Bücherfreunde gingen auf die Straße. Die Lange Reihe war für eine Stunde dicht, die Polizei stand friedlich dabei. Eine Welle der Sympathie und Solidarität schlug über Jürgen Wohlers zusammen. Wir marschierten zum Büro des geldgeilen Bücher-Verkenners und Kulturbarbaren, wir beschimpften ihn megaphonisch aus allen Rohren. Aber dieses Land und sein Rechtssystem, das muss man zugeben, wurden nicht fürs Volk erfunden, schon gar nicht für Buchladenbesitzer. Beide gelten ganz oben erkennbar als eher störend.

Es fand sich aber medientauglich ein „Immobilienmogul“, der dem armen Wohlers in letzter Minute einen wesentlich kleineren Eckladen am Ossietzky-Platz zuwies. Vonwegen, die Hausbesitzer sind alle einfach nur scharf auf Höchstrendite. Es gibt auch noch andere. Dagegen, dass diese, so sie das überhaupt wollten, irgend etwas an der für Schlechterverdienende katastrophalen Situation auf dem Wohnungsmarkt zu ändern beabsichtigen, spricht allerdings die zunehmende Zahl reich ausgestatteter Allwetter-Rentner, die sich per Eigentum in St. Georg ein interessanteres Alter herbeizusehnen scheinen. Wohlers neue Adresse von 2014 bis 2026: Lange Reihe 38.

Auch dieser Laden, obgleich erheblich kleiner im Innern wie in der Fensterfront, hatte seinen Wohlerschen Charme und war wiederum architektonisch ein Hingucker. Ein Altbau. Im Glas der Fenster zum Platz hin spiegelte sich im Sommer das Grün der alten Bäume am Markt und an der Langen Reihe. Überm Eingang eine alte gelbe Laterne. Zufällig ist eine von mir gesundheitshalber für längere Zeit anzusteuernde Arztpraxis im vornehmen Westen Hamburgs platziert. Ich fuhr also öfter mit der S-Bahn nach Othmarschen. Es liegt auf der Strecke nach Blankenese. Dort wohnte Jürgen Wohlers, als er noch lebte, ich nehme an, eine vererbte Immobilie, die Miete bestand allein in der Bildung von Rücklagen für die Erhaltung des alten Hauses. Ich begegnete ihm also wiederholt in der Bahn, ohne dass er mich bemerkte. Er trug sommers wie winters seinen wie eine wärmende zweite Haut wirkenden mittelgrauen alten Tweed-Sakko, ein dunkleres Oberhemd drunter. Er zog den Kopf ein wenig zwischen die Schultern beim Gehen und schaute, schien mir, blicklos leicht nach unten vor sich hin. Auch auf seinem Weg vom Bahnhof zum Laden oder andersherum bin ich ihm öfter begegnet. Auch im Strom der Fußgänger war er einer, der lieber für sich zu sein schien, der mit seinen Gedanken und nicht so sehr mit der Welt beschäftigt sein wollte. Mit dem wichtigen Zusatz allerdings, dass er sein Fürsichsein an frischer Luft nach meiner Erinnerung eigentlich nie zelebrierte, ohne dass zwischen Zeige- und Mittelfinger der Rechten eine Filterzigarette qualmte.

Die für ihn charakteristische Insichgekehrtheit in der Öffentlichkeit könnte seine Methode gewesen sein, den psychischen Aufwand, die Kraft, welche die Arbeitszeit erforderte, nach innen hin auszubalancieren. Denn betrat man seinen Laden, wandte er sich vom Computer ab und nahm offen, sehr freundlich und aufmerksam alle Wünsche entgegen; er war für spitze Bemerkungen über diesen und jene Literatin empfänglich, er hielt sich mit eigenem zurück. Er bot lediglich ein Bühnenbild aus Bücherwänden und sein geneigtes Ohr.

Auf seine Art war er ein literarischer Seelsorger, ein geistiger Streetworker. So wird er uns bleiben noch in fernen Zeiten, wenn das Wort „Miethai“ wenn überhaupt mit Verachtung erinnert wird, das ist tröstlich. Mir bleibt das Bild, das er an Morgenden bot, an denen ich schlaftrunken, nach Überquerung der meist leeren, nur an Donnerstagen und Freitagen – und sonst nur am Nachmittag von vor der Schule wartenden Eltern – genutzten Marktfläche, auf dem Weg zum Bahnhof, auf der Ecke zur Langen Reihe an seinem Ladeneingang vorbeikam. Der kleine Mann im grauen Sakko, in zerschlisssener Jeans, die grauen Haare leicht zauselig, vor seiner Ladentür. Einer der letzten Mohikaner des untergegangenen Bildungsbürgertums. Er zündet sich die Pausen-Zigarette an, die er im Laden nicht rauchen darf, er pafft und schmunzelt, er ist im besten Sinn liebenswürdig. Obwohl wir uns, über unsere Rollen als Buchhändler und Kunde hinaus, überhaupt nicht kannten, werde ich den Eindruck nicht los, dass wir einander im Vorbeigehen an Morgenden wie dem erwähnten in der Gewissheit grüßten, wir wären zuverlässige Verbündete. Ich weiß nicht, wie es ihm mit mir gegangen ist. Mir ging es mit ihm so, dass sein Vorhandensein für mich immer irgendwie etwas Tröstliches hatte.

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Der Deutschlandfunk auf der Höhe der Zeit

Beijing und der DLF

(…) Der Deutschlandfunk zeigt, wie man das macht. Bis auf die Mitteilung, „Details zu den mutmaßlichen Verfehlungen wurden nicht genannt“, ist im ersten Absatz alles korrekt. In der nachgeschobenen Mitteilung allerdings riecht es schon merklich nach West-Verdacht auf in Wirklichkeit nicht vorhandene „Verfehlungen“.

Am zweiten Absatz ist einzig der erste Satz eine Nachricht. Vom zweiten an geht‘s in die Vollen, „Beobachter“ kommen ins Spiel. Wer immer sie sind: sie ersetzen die Fakten. Ausgerüstet mit Batterien erfundener Behauptungen, besetzen solche Beobachter die Talkshows. Und dürfen unwidersprochen, wann immer sich etwas in der Personalpolitik der chinesischen Parteiführung oder Regierung ändert, hemmungslos von „Säuberungsaktionen“ schwadronieren. Dass politische Führer in Regierungsverantwortung in zugespitzt neuen Konstellationen ihre Reihen ordnen, auch in persönlichen Machtkämpfen, gehört seit 200 Jahren global zur politischen Normalität. Wenn allerdings die Spitze der chinesischen Meritokratie in Partei und Regierung seit Jahren öffentlich immer wieder hervorhebt, die Korruption sei seit Jahrhunderten ein großes Problem für dieses Land, wenn sie offen dagegen vorgeht – kann es sich dabei nur um Säuberungsaktionen handeln. Um etwas Illegales mithin, weil in westlicher Wahrheit nicht ein Reinigungsprozess vollzogen wurde, sondern Mitmenschen wie Ungeziefer behandelt.

Unbegreiflich, dass den Leuten, die so etwas in die Welt setzen seit es den Westen und seine zu Feinden erklärten Konkurrenten gibt, nicht langsam die Decke auf den Kopf fällt. Seit Jahrzehnten immer die gleichen Features und Phrasen. Wie lange wird sich das greinende Volk, nach Heinrich Heine, auf diese Weise noch einlullen lassen?  Das Narrativ von den geknechteten Völkern, die (von außen gut mit Geld und Waffen versorgt) gegen demokratisch gewählte aber eben – sorry – „autoritäre“ Regierungen auf die Straße gehen, wurde zum Drehbuch für US-Regime-Change-Aktionen von Jugoslawien bis Beijing und Venezuela.

Der unbewaffnete Chinese im weißen Hemd mit den leichten zwei Beuteln rechts und links wurde zum Symbol. Er schwenkt die Beutel, um der Panzerbesatzung zu sagen: es ist nichts Gefährliches darin. Er weicht dem Panzer nicht aus, der auf ihn zurollt. Der Panzer hält vor ihm an. Ob dieser bis heute Unbekannte davon gewusst hat, dass alles um ihn herum aus den Geheimdienst-Kellern der US-Botschaft gespannt verfolgt wurde? Aber: „30 Jahre nach dem Massaker denkt Peking nicht daran, die Vorgänge neu bewerten zu wollen“, stellt der Wiener Standard fest. „Die heutige Führung ist nicht bereit, die Untaten ihrer Vorgänger aufarbeiten zu lassen“. Abgesehen davon, dass die chinesische Führung nicht nur nicht daran denkt, „die Vorgänge neu bewerten zu wollen“, sie bewertet sie tatsächlich nicht neu, denn sie hat keinen Grund dafür – die Vorgänge vom Tiananmeng sind mit Sicherheit nirgends so intensiv diskutiert und abschließend bewertet worden wie in der chinesischen Führung.

Und wann hätte eine der westlichen Regierungen – die seit Jahrzehnten den Weltschulmeister geben und die Länder der Welt mit der Einforderung von Menschen- und Völkerrechten nerven -, wann hätten sie je „die Untaten ihrer Vorgänger aufarbeiten“ lassen?

Es muss Anfang der Nullerjahre gewesen sein, da lief eine großartig recherchierte BBC-Doku von 90 Minuten auf arte, eine wahrhaft objektive Erzählung des Geschehens auf dem Platz des himmlischen Friedens. Alle Seiten der Krise kamen ins Bild. Die rebellischen Studenten, die gleichaltrigen Soldaten, Vertreter von Partei und Regierung, nichtkommunistische, der Führung wohlgesonnene aber distanziert urteilende Unternehmer, unabhängige chinesische Analysten. Die Rolle der US-Botschaft wurde beschrieben (damals gab es Wikileaks noch nicht).

Die chinesische Führung zögerte extrem lange, bevor sie handelte. Sie hat im Vorfeld wiederholt die Sprecher der Studenten ins Gespräch gezogen. Ich traute damals meinen Augen nicht: Gegen Ende der Vorgeschichte wurde eine vom staatlichen chinesischen Fernsehen live (ohne Zeitversetzung) gesendete Diskussion zwischen Mitgliedern der Staatsführung und den Wortführern der Studenten ins Programm gesetzt. Sieben Stunden emotionaler, offener, kontroverser Auseinandersetzung. Die Studenten bewegten sich nicht. Was immer sich am 4. Juni 1989 im Zentrum Beijings an Einzelheiten abspielte, die alle menschlich Fühlenden mit Trauer erfüllen – ein „Massaker“ im Sinn eines bewusst herbeigeführten Massenmords war es nicht. Kein chinesischer Soldat hat, wie wir es in den USA zurzeit wieder im Terror der ICE erleben – ohne dass Tagesschau & Co viel Aufhebens darum machen – auf dem Platz des himmlischen Friedens auf Landsleute geschossen, als wären sie Kaninchen.

Die chinesische Führung unter Deng Xiao Ping hat mit ihrer wohlüberlegten Reaktion damals ein Weltchaos verhindert, das ein gelungener US-Regime Change in der Volksrepublik unweigerlich zur Folge gehabt haben würde. Die BBC-Doku darüber war ein Meisterstück kritischer Objektivität. Wie im Vereinigten Königreich Großbritannien, gehört so etwas auch in der Bundesrepublik längst der Vergangenheit an. Ich habe in den Suchmaschinen des Internets anno 2026 sehr lange nach der BBC-Doku und überhaupt nach einer einzigen authentischen chinesischen Darstellung der Tiananmen-Tragödie gesucht. Vergeblich.

Am Morgen vorgelesen (Hanjo Kesting)

In der Sendereihe findet sich auch nach Kestings Ausscheiden in der Literatur Bemerkenswertes. In einem Text zum 70. Todestag Thomas Manns (Kestings Spezialstrecke) fand ich ein heute seltsam aktuelles Rede-Zitat.

„Einst zogen deutsche Ritter in weite Fernen, um für das Ideal ihres Glaubens zu streiten. Heute kämpfen unsere Soldaten in der Unendlichkeit des Ostens, um Europa vor der Vernichtung zu bewahren.“                                                                                                             

Der Ton wäre zu pathetisch heute. Aber der Kerngedanke – auch wenn deutsche Soldaten auch 2025 ff. nimmermehr in die Unendlichkeit des Ostens vordringen werden – ist hochaktuell. Denn der Feind steht wieder im Osten. Er bedroht uns wieder. Und irgendwann werden wir um 5 Uhr 45 erneut zurückschießen und Bombe (auf die Ukraine) mit Bombe (auf den neuen Erbfeind) vergelten müssen, um Europa vor Russland zu retten. Eine skurril aktuelle Konstellation. Das Zitat oben stammt aus Joseph Goebbels‘ berüchtigter Sportpalastrede vom 18. Februar 1943, dem Versuch des Reichspropagandaministers, sich gegen die tiefenmoralischen Folgen der soeben erfolgten katastrophalen Niederlage des preußisch-deutschen Militarismus in Stalingrad zu stemmen.

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