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STANDORT November 2022 © Stefan Siegert

Er büßt schrecklich. Wofür? Lange vor 2022, also vor der Zeit, da Kriegsverbrechen nur Kriegsverbrechen sind, wenn sie von Russen begangen werden, hat der australische Journalist Julian Assange der Welt mit einem einzigen Video die Augen geöffnet für die nichtendenden globalen Kriegsverbrechen der Vereinigten Staaten. Mit ihm ist das globale Grundrecht der Meinungs- und Pressefreiheit in einer Isolationsfolterzelle des britischen Hochsicherheitsgefängnisses Belmarsh verschwunden. Der Westen hüllt sich wertebasiert in Schweigen, Wer in diesen Tagen Gerechtigkeit für die Ukraine fordert und zugleich jedes gründlichere Nachdenken über die Tragödie um Julian Assange verweigert, darf sich nicht beklagen, wenn man sie und ihn für einfach unglaubwürdig erklärt. “Gegen den Krieg” zu sein, ist billig, denn das sind alle. Etwas Wirksames zu tun dagegen aber – auf das die damit Überführten, wie zu beobachten, nachhaltig rachedurstig reagieren – bedarf es der Klarsicht, des Muts und der Größe eines Julian Assange. Wir schulden ihm unendlich viel. Stella Assange, die Frau des Journalisten, gab auf der Eröffnung der Berliner Ausstellung noisyleaks.space im November 2022 ausführlich Auskunft über die Situation ihres Mannes und die Schändlichkeit jener, die sich seiner um jeden Preis zu bemächtigen trachten.

In Berlin mit Heiner Goebbels in seinem Studio. Ein Gespräch in VAN, eines in der jungen Welt und ein Radiofeature

“Blätterrascheln” – Gedankenspiele zu Garten und Musik (SWR 2 – 2022).

Mein Beethoven-Brevier bei Reclam

Ein sprechend einleuchtendes Bild Beethovens. Sein Maler, Joseph Willibrord Mähler (1778-1860) aus Koblenz ,verdiente sein Geld ab 1849 als “Einreichungs-Protokoll-Direktor” bei der kakanischen Wiener Hof- und Staatskanzlei. Mein Beethoven-Büchlein sieht sich – im Verhältnis zur immer noch heroisch titanischen Beethoven-Ikone des Bürgertums – in der Perspektive dieses Porträts.

Herausgekommen in der 100-Seiten-Serie des Reclam Verlag. In guten Buchhandlungen und online erhältlich.

Volker Hagedorn in den Autoren-Tips der ZEIT, 20. November 2020 (hyperkurz, hypergenau, hyperrichtig): Stefan Siegert: Beethoven (Reclam) Leben, Werke, Welt, fließend verbunden, engagiert, kundig und gewitzt geschrieben – ein randvolles Brevier.

KLICKTIPPS

CURRENTZIS’ SPAGAT.

AM STEIN VIS-Á-VIS.MOZART UND BACH

WEBERS FREISCHÜTZ.WAS IST DEUTSCH?

HEINER GOEBBELS.HOUSE OF CALL

Einen Klick wert auch mein Text über René Jacobs’ Neuaufnahme der MISSA von Beethoven mit RIAS Kammerchor und Freiburger Barockorchester. Sehr lang und sehr schön.

“Von wannen kommt den Herren diese Wissenschaft?”

Die Frage, es ist Carl von Ossietzky, der fragt, zielt auf die Empfehlung der SPD, wer Hindenburg wähle, verhindere damit Hitler. Reichpräsidentenwahl 1932. Ossietzky hatte empfohlen, den Kommunisten Thälmann zu wählen. Wer Hitler wähle, hatte der vorausgesagt, wähle den Krieg. Nicht auszudenken, wie die Weltgeschichte verlaufen wäre, hätten die deutschen Wahlberechtigten damals auf einen Ossietzky gehört, statt wie bis heute auf die Eberts und Helmuth Schmidts, die Thierses, Steinmeyers und wie sie alle heißen und hießen.

Holunderlandsh Uta Rausers Blog

Fett, Haut, Aroma auf dem Tisch auf dem Teller auf dem Foto. Aal geräuchert. Brot gebacken. Bilder, Geschichten, Adressen von Produzenten, Erzeugnissen und ihren Orten im Land zwischen den Meeren. Landschaftsbezogenes Essen in Schleswig-Holstein.

                                

“Never forget that everything Hitler did in Germany was legal.” Martin Luther King

aus Susan Buck-Morss: “Revolution Today”, Haymarket Books, Chicago, Ill.

London, Tate modern, ten years ago

Influencer werde ich nicht mehr. Aber die Zahlen nach drei Jahren Klassik-Schreiberei sind nicht übel. ich möchte mich herzlich bedanken.

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