
Auch diesseits des Atlantik war es heiß, als in Mexiko, Kanada und den USA am 11. Juni 2026 die Fußball-WM begann. Die Vorfreude gemischt. Wenn es so weitergeht mit dem Fußball, gibt es bald nur noch VIP-Lounges statt Fankurven (die besorgt künftig die KI) und eine einzige Superliga mit vier Spitzenmannschaften, der Rest: Sparringspartner. Aber NOCH hat die freie (kapitalistische) Marktwirtschaft den Fußball nicht final erledigt. Noch gibt es zweite Bälle, Supertore und Superparaden, noch lebt der Fußball. Zwischen den Werbeblöcken. – mehr…
Screenshot oben: Denis Undav nach seinem Testspiel-Tor gegen Finnland
Krieg im Iran

Auf Wunsch des Trägers des FIFA-Friedenspreises 2025 sollte in Genf am vergangenen Freitag, den 17. Juni 2026 der große Frieden zwischen USA-Iran beurkundet werden. Im Vorfeld hielt diesmal der blutige Bibi die Füße für ein Paar Tage still, Benjamin Netanjahu ließ seine tödlichen Raketen und Drohnen aber schon am Samstag erneut fliegen. Der für den Iran bedeutsamste Punkt des MOU – Ende des zionistischen Völkermords sofort auch im Libanon – war wieder Makulatur. Die Verhandlungen USA-Iran gehen weiter. In ihnen beschränkt sich der Iran darauf, die von ihm im iranischen 14 Punkte-Papier fixierten Forderungen kompromisslos immer neu auf den Tisch zu legen. Iran ist in der stärkeren Position, das Land hat den Krieg gewonnen. Der transatlantische Ex-Hegemon hat erstmals nicht nur den Krieg verloren wie in Vietnam, in Irak, in Afghanisten. Er hat diesmal keine Chance, auch nur dem Anschein nach, wenigstens den irgendwann unvermeidlichen Frieden noch irgendwie zu gewinnen. Die Straße von Hormuz bleibt in iranischer Regie, der mittlere Osten wird Stück für Stück endgültig vom US-Einfluss gesäubert, die Zionisten werden es künftig schwer haben mit der weiteren Ausrottung des palästinensischen Volkes.
Vor drei Tagen, am Montag den 14. Juni, hatten die Mainstream-Medien noch mit der großen Nachricht aufgemacht, USA und Iran hätten sich nun endlich auf einen Frieden verständigt. Das war wie sich zeigt reichlich vorschnell. mehr…

(Die Iraner, mit denen Sie vor zwei Tagen gesprochen haben….sind sie hier im Raum?)
Der US-Cartoonist Bill Bramhall zeichnete eine bemerkenswerte Trump-Karikatur und warf in der Zeichnung die Frage auf: glaubt Trump an seine eigenen Lügen? Im Blick den gegenwärtigen US-Präsidenten, reibt man sich die Augen: es verschwimmen in diesem Menschen die Grenzen zwischen Politik und Pathologie. – mehr…
Krieg in der Ukraine

Worüber ist man in diesen Junitagen 2026 fassungsloser: über die sich hinziehend lebensbedrohliche Weltlage. Oder über die immer nur eine einzige Sicht aufs Geschehen kennende Ahnungslosigkeit und Gleichgültigkeit, in welche die reichweitenstarken Mainstream-Medien von Tagesschau und ZEIT bis zur Bildzeitung große Teile der deutschen Öffentlichkeit versetzt haben. mehr…

Kluge Frauen sind erotisch, in Alfred Hitchcocks Filmen kann man das studieren. Schon Marilyn Monroe war durchaus nicht nur reizvoll. Aber Tulsi Gabbard läuft ihr, was die Klugheit angeht, den Rang ab. Die Direktorin des Nationalen Nachrichtendienstes der Vereinigten Staaten hat nach eigenen Angaben neue Beweise für ein von US-Steuergeldern finanziertes Programm zum Aufbau von mehr als 120 Biolaboren in über 30 Ländern vorgelegt – darunter auch Labore in der Ukraine. – mehr…
Aus dem Papierkorb der Westmedien
Der Besuch des russischen Präsidenten Wladimir Putin in Bejing Mitte Mai 2026 wurde von den öffentlich-privaten Regierungsmedien des Westens wie üblich als geopolitisches Freundschaftsspektakel abgetan, keine Drohungen, keine nennenswerten Ergebnisse. Es lohnt freilich, die das Treffen abschießende Erklärung Putins und Xi Jinpings zu lesen. Wann zuletzt hätte es seitens des Westens in der Kürze so umfassende diplomatische Erklärung zur Weltlage gegeben, wann dazu einen Ausblick auf eine im Entstehen begriffene multipolare Global Governance im Sinn der Bevölkerungen aller Länder. Und von wem auch? Man wundert sich, zu welchen politischen Aus-Führern die seit dem Aufstieg der Volksrepublik China um ihre Freiheit fürchtenden herrschenden Eliten des Westens am Ende immer wieder greifen. Egal, ob mit schwarzem Hitlerbärtchen oder kunstblonder Trumptolle – sie ähneln sich durch die Zeiten teuflisch in dem, was sie tun.
Die Russen sind nicht unser Feind
Die extreme Russenfeindlichkeit im Deutschland des Jahres 2026 hat eine lange Geschichte. Sie begann am 20. März 1890 mit der Entlassung des Kanzlers Otto von Bismarck durch Kaiser Wilhelm II. Für Bismarck war ein gutes Verhältnis zu Russland Voraussetzung für eine im Rücken sichere deutsche Europapolitik (plus Reichseinigung von oben). Vierundzwanzig Jahre später erklärte das deutsche Reich dem zaristischen Russland den Krieg; Deutschland marschierte unter anderem zum ersten Mal in die Ukraine ein. Mit Ausnahme mehrerer eher kurzer Episoden von Friedensspolitik zieht sic die Russophobie durch die neuere deutsche Geschichte. In der langen Reihe deutscher Politiker, welche die Russen hassten und hassen, stehen mit 27 Millionen getöteten Sowjetmenschen Adolf Hitler und Joseph Goebbels an der Spitze. Friedrich Merz, Ursula von der Leyen, Boris Pistorius et al. sind nur die letzten Protagonisten dieser speziellen Sorte großbürgerlicher Außenpolitik.
Am 17. April beschrieb auf einer Veranstaltung der Berliner Zeitung im Berliner Theater OST Russlands Botschafter Sergej Netschajew diese Politik und ihre Darsteller aus russischer Sicht, hochinteressant – wann werden wir ihn bei Lanz, Illner, Maischberger erleben? Der proppevolle Saal in Berlin bot leider nur einem winzigen Teil der deutschen Öffentlichkeit Gelegenheit, einmal wieder einen wirklichen Diplomaten zu erleben. Einen gebildeten, gut informierten Fachmann, konziliant und rollenbewusst. Einer ohne Sprechblasena aber mit Zusammenhängen. Herr Netschajew genoss es sichtlich, auf deutschem Boden endlich einmal ungestört und nicht in jedem Satz hektisch unterbrochen in aller Ruhe den Standpunkt der russischen Föderation zu brandaktuellen Fragen erläutern zu können. Er forderte das deutsche Publikum mehrmals schmunzelnd auf, doch nicht immer so pessimistisch zu sein.
Homo Wohlers – ein Citoyen in Hamburg St. Georg

Am 19. Juli 2025 starb der Buchhändler und Büchermensch Jürgen Wohlers. Sein Foto hängt im Fenster seines Ladens am Ossietzky-Platz in Hamburg. Er war eine der kulturellen Herzkammern des Stadtteils an der Alster. Mit seinem Ableben wird voraussichtlich im Frühjahr 2026 auch der Buchladen sterben. In der dritten Generation. Es war der anspruchsvolle – und erfolgreiche – Versuch einer nicht eben mit Reichtümern gesegneten Familie, in Hamburgs Zentrum einen unabhängigen Buchladen von Bedeutung zu betreiben. mehr…
Zwischengedanke
Der Zustand der Bundesbahn ist kein Thema mehr, selbst Witze darüber sind längst langweilig. Verwunderlich bis skandalös dagegen: Nirgends in den Weiten der Mainstream-Medien war bisher etwas darüber zu erfahren, dass, während die Bahn unbeachtet vor sich hin verrottete, hoch bezahlte Politiker und Manager dafür verantwortlich waren und sind.
Einer gewerkschaftlich organisierten Supermarkt-Kassiererin – wir leben halt in einem Rechtsstaat – wurde wegen zweier falsch abgerechneter Getränkebonns im Wert von 1,30 Euro fristlos gekündigt. Aber einer wie etwa Ronald Pofalla, bis 2013 als Kanzleramtsminister die rechte Hand Angela Merkels, danach im Vorstand der Bundesbahn verantwortlich für Infrastruktur, sitzt heute irgendwo straffrei und gut vernetzt in der Sonne und denkt über sein interessantes Berufsleben nach. Pofallas Mutter, eine „Reinigungskraft“, und sein Vater, ein „Feldarbeiter“ (Wikipedia), hätten für ihren Sohn wahrlich Besseres verdient gehabt.
Goethe 2.0
Der alte Goethe wusste schon vor 200 Jahren wie es läuft. Zündeln, eskalieren, Spannung halten. Und wenn sich die Gegendseite endlich zur Wehr setzt – Heureka -, sind es wieder die anderen, die den Krieg angefangen haben.

Eine Tagesschau nach der anderen vergeht. Die Welt verändert sich. Das Weltbild der Tagesschau bleibt dasselbe. Die guten Zionisten in USA und Israel bleiben dieselben, der böse Putin bleibt derselbe. Da kann ein völkerrechtswidriger Angriffskrieg des US-Gewaltsystems dem nächsten folgen. Es bleibt dabei:

Johann Wolfgang von Goethe, Faust II

Ein sprechend einleuchtendes Ölbild von der Hand des koblenzer Malers Joseph Willibrord Mähler (1778-1860). Mein Beethoven-Büchlein sieht sich – im Verhältnis zur Beethoven-Ikone eines aufs Altbekannte wie festgenagelten Bürgertums – in der Perspektive dieses Porträts.
Herausgekommen in der 100-Seiten-Serie des Reclam Verlag.
Volker Hagedorn in den Autoren-Tips der ZEIT (hyperkurz, hypergenau, hyperrichtig mit jedem Wort) – Stefan Siegert: Beethoven (Reclam) Leben, Werke, Welt, fließend verbunden, engagiert, kundig und gewitzt geschrieben – ein randvolles Brevier.
VIDEOS FILMTIPPS
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Vorausgeschickt, ich schaue (außer Fußball im Free-TV) kaum Live-Fernsehen. Auf Anja Reschke bin ich durch einen Link gestoßen. Ich kenne bisher nur die letzte Folge ihrer seit 2022 in der ARD laufenden Sendereihe Reschke Fernsehen.

Es geht um ein heißes Eisen, die „Familenstiftungen“. Von Reschke moderiert, wird es zum medialen Frontalangriff auf die Besitz- und also Machtverhältnisse in Deutschland. Denn Familenstiftungen sind unter deutschen Milliardären der Hit, wenn sie Steuern vermeiden, dafür baut ihnen ihr Staat laufend goldene Brücken. Wäre Frau Jeschke der Normalfall im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, könnten alle einpacken, die seit Jahren kein gutes Haar lassen an dieser, vom Ursprungsgedanken her (Rundfunk-Staatsvertrag) segensreichen Einrichtung einer von Kanzleramt und Konzernen unabhängigen Presse. Aber man wundert sich. Eine derart genau recherchierende, krass kritische und dazu auch noch satirisch witzige Moderatorinnenfigur wie sie Anja Jeschke aus sich gemacht hat, steigt in so gut wie komplett auf regierungsfromm formatierten Sendeanstalten so weit auf? Wie war das möglich, wie geht es mit ihr weiter? Die Dinge liegen in Deutschland zur Zeit doch so: hätte meine Homepage bedeutend mehr Reichweite – ich hätte ernsthaft zu überlegen, ob ich der Frau mit so viel „Beifall von der falschen Seite“ nicht eher schaden könnte, es liegt mir fern.
Ich war siebzehn, als Fritz Bauer im Dezember 1963 gegen einen Staat der Altnazis den Frankfurter Auschwitz-Prozess durchkämpfte. Ich wuchs in einer Nazi-Familie auf. Fritz Bauers (1903 – 1968) Persönlichkeit und Leistung beeindruckte mich fürs Leben. In Erinnerung ist er vielen Menschen meiner Generation als moralisches Leitbild – aufrecht, unfassbar beharrlich, ein exzellenter Jurist. Die launige, witzige, lebenfrohe Seite Bauers hat die Journalistin Renate Lasker-Harpprecht ihm genial abgeschmeichelt (Bauer wird im FEUILLEPOL politisch gewürdigt).
Auf dem Foto Anne Brorhilker, bis zu ihrem überraschenden Rücktritt als Oberstaatsanwältin, Leiterin und treibende Kraft der für die juristische Aufarbeitung der „Cum Cum“ und „Cum Ex“ Skandale verantwortlichen Abteilung der Kölner Staatsanwaltschaft. Sie ist eine der Hauptpersonen in der unbedingt sehenswerten ZDF-Doku Systemfehler – der Cum Ex-Skandal. Im Moment der Niederschrift dieser Zeilen…
„Am Morgen vorgelesen“ hieß die NDR-Sendung schon vor mehr als 60 Jahren, sie heißt bis heute so. Die Auffassung davon, was Literatur ist, hat sich freilich während der Zeit Hanjo Kestings – als dem Kopf und Gesicht dieser Sendereihe – deutlich verändert. mehr…

Im Menü TIEF AUS DEM ARCHIV aus den goldenen Jahren des Freelance-Journalismus: ein Portät Eckhard Henscheids in Essen und Trinken von 1995:

Das letzte Wort auf meiner Startseite hat ein Bild. Der Metzgersohn Filippo Lippi (um 1406 – 1469) ist neben den anderen Renaissance-Riesen, neben Leonardo, Rafaelo, Boticelli, Tiziano, Michelangelo leicht in den Hintergrund geraten. Unverdient. Er gehört, wenn auch als einer der älteren, dazu. Wie irdisch, ja wie erotisch das freigelassene rechte Ohr der Madonna. Die Doppelfigur der Madonna mit Kind ist fast grell aus dem Dunkel des Muscheldekors hervorgehoben. Innerhalb beider Figuren überwiegt – zulasten der Plastizität – das Licht die Schatten, Kontraste und Kontur kommen zum Zuge. Aber die deutliche Linie, die beider Köpfe auseinanderhalten soll, trennt nicht. Sie ist Chiffre für ein Zusammengehören. Die kleine linke Hand des Kinds hält sich im Rückentuch der jungen Frau fest, deren Rechte das Kind zugleich trägt und liebkost. Sie ist das Lieblingsmodell des Malers, Lippis Lebensgefährtin (darum das Ohr). Man könnte, noch als Agnostiker, religiös werden angesichts solcher Kunst. Sie enthält – neben ihrer ästhetischen Vollkommenheit – Form gewordene Liebe, Zärtlichkeit, Geborgenheit, Einssein, mithin edelste Menschlichkeit und ergo alles, was haltlose Menschen, so scheint es, der Menschheit zurzeit austreiben und in Vergessenheit geraten lassen wollen. Fra Filippos Arbeit sagt uns noch 600 Jahre später, dass – wie der Kuckuck im Volkslied -, was er da gemalt hat, langlebiger ist als alles, was die Botschaft eines solchen Bildes mit aller Gewalt vernichten will.









