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Screenshot ARD Sportschau (im Symbol-Bild die Biathletin Dorothea Wierer)

Ski oder Bi – Hauptsache Athlon

Die Läuferin mit der Nummer 18, das ist…lassen Sie mich nachschauen… die US-Amerikanerin. Bisher mitten im Feld, ihr hat man mehr zugetraut. Großartig, wie sie im Anstieg mit jedem Schritt immer noch gleitet, das ist Langlauf. Der klassische Stil in Reinkultur. 

Das Wetter wahrhaft olympisch. Die herrlichen Gipfel der Dolomiten, der blaue Himmel. Es könnte etwas kälter sein. Aber die Sonne scheint. Für uns ein herrliches Bild. Für die Waxing-Teams der Athletinnen ein Problem. Der Schnee ist weich. Die Eiskristalle stechen nicht mehr ins Wachs der Skier, der Ski verliert an Abdruck, die Läuferin verliert an Tempo und Kraft – wenn nicht, ja, wenn nicht die Wachs-Spezialisten das weiche Wachs aufgetragen haben, das am Schnee klebt und für Abdruck sorgt. mehr lesen…

Der Deutschlandfunk auf der Höhe der Zeit.

Ein Donnerwort ging durch die deutsche Einheitspresse. Eine russische Mittelstreckenrakete des Typs „Oreshnik“ (Haselnuss„) hat in der Nacht vom 8. auf den 9. Januar 2026 im Rahmen eines Großangriffs der Russen einen Angriff auch auf ein für die Energieversorgung des ukrainischen Militärindustriekomplexes kritisches und riesiges, tief unterirdisches Gaslager südlich von Lwiw (russ. Lwow) ausgeführt. Die Medien im Westen dimmen die Sache wie gehabt herunter, ein Russen-Blöff. Aber mit diesem einen Angriff, so sagen Kenner des Ukrainekriegs, wurden 50 Prozent der ukrainischen Energieversorgung ausgeschaltet. Die Oreshnik dieses Angriffs, heißt es, habe selbst – eine letzte Warnung an den Westen – noch nicht einmal einen Sprengkopf enthalten. Wie lange Tagesschau, Bild und Co wohl noch brauchen, ihren Abnehmern die Tatsache mitzuteilen: die Russen verfügen über eine Wunderwaffe, die, im Unterschied zu den „Wunderwaffen“ der Begriffserfinder, den Namen verdient. Der Westen fiel für ein Paar Tage aus allen Wolken oder tat wenigstens so. Dabei hat Wladimir Putin die Welt bereits im November 2024 über diese Waffe und ihre Eigenschaften detailliert aufgeklärt. Ich habe damals in der gewesenen jungen Welt darüber geschrieben.

Goethe 2.0

Der alte Goethe wusste schon vor 200 Jahren wie es läuft. Zündeln, eskalieren, Spannung halten. Und wenn sich die Gegendseite endlich zur Wehr setzt – Heureka -, sind es wieder die anderen, die den Krieg angefangen haben. Das spielt nur keine Rolle mehr, denn ein Hinterher wird es diesmal nicht mehr geben.

beide Bilder vom 8. Januar 2026 – RT Deutsch

Johann Wolfgang von Goethe, Faust II

Ein sprechend einleuchtendes Ölbild von der Hand des koblenzer Malers Joseph Willibrord Mähler (1778-1860). Mein Beethoven-Büchlein sieht sich – im Verhältnis zur Beethoven-Ikone eines aufs Altbekannte wie festgenagelten Bürgertums – in der Perspektive dieses Porträts.

Herausgekommen in der 100-Seiten-Serie des Reclam Verlag.

Volker Hagedorn in den Autoren-Tips der ZEIT (hyperkurz, hypergenau, hyperrichtig mit jedem Wort) – Stefan Siegert: Beethoven (Reclam) Leben, Werke, Welt, fließend verbunden, engagiert, kundig und gewitzt geschrieben – ein randvolles Brevier.

Ein Screenshot. Der als Bild-Chefredakteur einschlägig bekannt gewordene Julian Reichelt im Interview auf dem Youtube-Kanal der Journalistin Jasmin Korbusek. Auf der anderen Seite ihres Tischs tummeln sich in den einzelnen Folgen neben Reichelt Gesprächspartner wie der bestgekleidete Marxist unter den Gesellschaftskritikern, er heißt Wolfgang M. Schmidt, der Didaktik- und Pädagogikprofessor Bernhard Krötz (mit einer Fundamentalkritik an der neoliberalen Disruption der Bildung) oder Zeitgenossen wie der Chefdenker der extremen Rechten, Götz Kubitschek. Jasmin Korbusek hat sie nicht an ihren Tisch gebeten, um ihnen Gelegenheit zu unwidersprochener Selbstdarstellung zu geben oder um sie zu konfrontieren oder vorzuführen. Sie führt sie vor Augen, sie gibt ihnen ein Gesicht, sie lässt sie ausreden. Günther Gauss hat das auf die zu seiner Zeit kultivierte Art innovativ vorgemacht. Nach etwas auch nur annähernd Vergleichbarem sucht man 2026 im öffentlich-rechtlichen Rundfunk vergeblich. Dann also  Youtube, dann zum Beispiel Jasmin Korbusek.

Ich war siebzehn, als Fritz Bauer im Dezember 1963 gegen einen Staat der Altnazis den Frankfurter Auschwitz-Prozess durchkämpfte. Ich wuchs in einer Nazi-Familie auf. Fritz Bauers (1903 – 1968) Persönlichkeit und Leistung beeindruckte mich fürs Leben. In Erinnerung ist er vielen Menschen meiner Generation als moralisches Leitbild – aufrecht, unfassbar beharrlich, ein exzellenter Jurist. Die launige, witzige, lebenfrohe Seite Bauers hat die Journalistin Renate Lasker-Harpprecht ihm genial abgeschmeichelt (Bauer wird im FEUILLEPOL politisch gewürdigt).

Auf dem Foto Anne Brorhilker, bis zu ihrem überraschenden Rücktritt als Oberstaatsanwältin, Leiterin und treibende Kraft der für die juristische Aufarbeitung der „Cum Cum“ und „Cum Ex“ Skandale verantwortlichen Abteilung der Kölner Staatsanwaltschaft. Sie ist eine der Hauptpersonen in der unbedingt sehenswerten ZDF-Doku Systemfehler – der Cum Ex-Skandal. Im Moment der Niederschrift dieser Zeilen

H. Kesting 1943 – 2025

„Am Morgen vorgelesen“ hieß die NDR-Sendung schon vor mehr als 60 Jahren, sie heißt bis heute so. Die Auffassung davon, was Literatur ist, hat sich freilich während der Zeit Hanjo Kestings – als dem Kopf und Gesicht dieser Sendereihe – deutlich verändert. mehr…

Im Menü TIEF AUS DEM ARCHIV aus den goldenen Jahren des Freelance-Journalismus: ein Portät Eckhard Henscheids in Essen und Trinken von 1995:

Im Goldenen Löwen in Kallmünz, Herr Henscheid und ich

Das letzte Wort auf meiner Startseite hat ein Bild. Der Metzgersohn Filippo Lippi (um 1406 – 1469) ist neben den anderen Renaissance-Riesen, neben Leonardo, Rafaelo, Boticelli, Tiziano, Michelangelo leicht in den Hintergrund geraten. Unverdient. Er gehört, wenn auch als einer der älteren, dazu. Wie irdisch, ja wie erotisch das freigelassene rechte Ohr der Madonna. Die Doppelfigur der Madonna mit Kind ist fast grell aus dem Dunkel des Muscheldekors hervorgehoben. Innerhalb beider Figuren überwiegt – zulasten der Plastizität – das Licht die Schatten, Kontraste und Kontur kommen zum Zuge. Aber die deutliche Linie, die beider Köpfe auseinanderhalten soll, trennt nicht. Sie ist Chiffre für ein Zusammengehören. Die kleine linke Hand des Kinds hält sich im Rückentuch der jungen Frau fest, deren Rechte das Kind zugleich trägt und liebkost. Sie ist das Lieblingsmodell des Malers, Lippis Lebensgefährtin (darum das Ohr). Man könnte, noch als Agnostiker, religiös werden angesichts solcher Kunst. Sie enthält – neben ihrer ästhetischen Vollkommenheit – Form gewordene Liebe, Zärtlichkeit, Geborgenheit, Einssein, mithin edelste Menschlichkeit und ergo alles, was haltlose Menschen, so scheint es, der Menschheit zurzeit austreiben und in Vergessenheit geraten lassen wollen. Fra Filippos Arbeit sagt uns noch 600 Jahre später, dass – wie der Kuckuck im Volkslied -, was er da gemalt hat, langlebiger ist als alles, was die Botschaft eines solchen Bildes mit aller Gewalt vernichten will.

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