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STANDORT Juni 2022 © Stefan Siegert

Die aktuelle Radiosendung (VÖ 13. 4. 2022 SWR 2 Thema Musik), ein Lieblingsthema seit langem, endlich realisiert. “Blätterrascheln” – Gedankenspiele zu Garten und Musik.

Er büßt schrecklich. Wofür? Lange vor der Zeit, als, wie im Sommer 2022, Kriegsverbrechen nur Kriegsverbrechen sind, wenn sie von Russen begangen werden, hat Julian Assange der Welt mit einem einzigen Video die Augen geöffnet für die nichtendenden globalen Kriegsverbrechen der Vereinigten Staaten. Damit hat er – zu unser aller demokratischem Nutzen – das grundlegende Recht jedes Journalisten auf freie Meinungsäußerung wahrgenommen. Mit ihm ist die Idee der Pressefreiheit in der Isolationsfolter eines britischen Hochsicherheitsgefängnisses verschwunden . Aber der werteorienterte Westen schweigt. Wer in diesen Tagen die Einhaltung der Menschenrechte für die Ukraine fordert und zugleich jede Diskussion der Tragödie um Julian Assange verweigert, darf sich nicht beklagen, wenn man sie und ihn heuchlerisch und unglaubwürdig nennt.

In Berlin mit Heiner Goebbels in seinem Studio. Aus dem Material wurden ein Gespräch in VAN, eines in der jungen Welt und ein Radiofeature ( s.o.)

Mein Beethoven-Brevier bei Reclam

Ein sprechend einleuchtendes Bild Beethovens. Sein Maler, Joseph Willibrord Mähler (1778-1860) aus Koblenz ,verdiente sein Geld ab 1849 als “Einreichungs-Protokoll-Direktor” bei der kakanischen Wiener Hof- und Staatskanzlei. Mein Beethoven-Büchlein sieht sich – im Verhältnis zur immer noch heroisch titanischen Beethoven-Ikone des Bürgertums – in der Perspektive dieses Porträts.

Herausgekommen in der 100-Seiten-Serie des Reclam Verlag. In guten Buchhandlungen und online erhältlich.

Volker Hagedorn in den Autoren-Tips der ZEIT, 20. November 2020 (hyperkurz, hypergenau, hyperrichtig): Stefan Siegert: Beethoven (Reclam) Leben, Werke, Welt, fließend verbunden, engagiert, kundig und gewitzt geschrieben – ein randvolles Brevier

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Einen Blick wert auch mein Text über René Jacobs’ Neuaufnahme der Missa von Beethoven mit RIAS Kammerchor und Freiburger Barockorchester. Sehr lang und sehr schön.

“Von wannen kommt den Herren diese Wissenschaft?”

Die Frage, es ist Carl von Ossietzky, der fragt, zielt auf die Empfehlung der SPD, wer Hindenburg wähle, verhindere damit Hitler. Reichpräsidentenwahl 1932. Ossietzky hatte empfohlen, den Kommunisten Thälmann zu wählen. Wer Hitler wähle, hatte der vorausgesagt, wähle den Krieg. Nicht auszudenken, wie die Weltgeschichte verlaufen wäre, hätten die deutschen Wahlberechtigten damals auf einen Ossietzky gehört, statt wie bis heute auf die Eberts und Helmuth Schmidts, die Thierses, Steinmeyers und wie sie alle heißen.

Fett, Haut, Aroma auf dem Tisch auf dem Teller auf dem Foto. Aal geräuchert. Brot gebacken. Bilder, Geschichten, Adressen von Produzenten, Erzeugnissen und ihren Orten im Land zwischen den Meeren. Landschaftsbezogenes Essen in Schleswig-Holstein.

Holunderland sh Uta Rausers Blog

                                

“Never forget that everything Hitler did in Germany was legal.” Martin Luther King

aus Susan Buck-Morss: “Revolution Today”, Haymarket Books, Chicago, Ill.

Das schöne alte Wort »Gewissen« scheint in den Medien des – schaut man auf die Zahl derer, die sich den West-Sanktionen gegen Russland angeschlossen haben – auf ein Drittel der Welt geschrumpften Westen wie ausgelöscht, null Bedarf, ja es stört diese Medien etwas wie das Gewissen erkennbar in ihrer Art von »Freiheit«. Denn all jene, die aktuell als barmherzige Samariter, Unterstützer, Waffenlieferanten der armen Opfer eines völkerrechtswidrigen Angriffskriegs der Menschheit moralisch den »Nie wieder Krieg!«-Marsch blasen und ihr ins Gewissen reden – sie hätten selbst unfassbar viel auf dem Gewissen, hätten sie eins.

London, Tate modern, ten years before

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