Vor drei Tagen, am Montag den 14. Juni, hatten die Mainstream-Medien mit der großen Nachricht aufgemacht, USA und Iran hätten sich nun endlich auf einen Frieden verständigt.

Das Wörtchen „offenbar“ hat in der westlichen Propaganda offensichtlich Dauerkonjunktur. Das im Blickpunkt stehende MoU (Memomorandum of Understanding) werde kommenden Freitag den 17. Juni, so wurde das Publikum unterrichtet, in Genf unterzeichnet. Wer’s glaubte, wie die Millionen Bürger*innen, des zum Irankrieg durchgehend einseitig informierten (von Empirie) freien Westens, wird selig geworden sein. Aber selig nach dem kommenden Freitag mit Sicherheit nicht bleiben.

Alastair Crooke, der für Fragen des Nahen Ostens/Fernen Westens vermutlich bestvernetzte internationale Analyst, sagt in einem Zoom-Interview: seinen Informationen nach lehnten sowohl der Wächterrat (eine Art Politbüro der iranischen Theokratie) als auch der „oberste Führer“ des Landes, Ayatolla Mojtada Khamenei, das, was da im Westen als großer Friedens-Deal propagiert würde, entschieden ab. Warten wir, was Benjamin Netanjahu bis zur Genfer Unterschrift noch an Provokationen einfällt, um einen Frieden abermals zu verhindern. Schauen wir, was bis zum kommenden Freitag alles geschieht.

Noch am Freitag, den 12. Juni hatten wir über die Medien erfahren, Präsident Trump habe einen erneuten, zuvor groß angekündigten „vernichtenden Luftschlag“ gegen den Iran abgesagt. Der Grund der Absage war das Memorandum of Understanding ( MOA/MoU ), das die US-Regierung über vermittelnde Drittstaaten mit dem Iran seit Ewigkeiten aushandeln – es sei so gut wie unterschriftsreif.
Folgte umgehend die übliche Antwort aus Teheran:
Es gäbe keinerlei Vereinbarungen zwischen der iranischen Republik und den USA, so der Sprecher des iranischen Außenministeriums Esmail Baghaei: „Während sie von Diplomatie und Verhandlungen sprechen, greifen sie gleichzeitig zu Gewalt, rechtswidrigen Maßnahmen und kriminellem Verhalten.“

