Russophobie

(…) In der langen Reihe deutscher Politiker, welche die Russen hassten und hassen, stehen mit 27 Millionen getöteten Sowjetmenschen Adolf Hitler und Gefolgsleute wie Joseph Goebbels an der Spitze. Friedrich Merz, Ursula von der Leyen, Boris Pistorius und wie sie alle heißen, sind nur die letzten Vertreter dieser speziellen Sorte großbürgerlicher Außenpolitik.

Am 17. April beschrieb auf einer Veranstaltung der Berliner Zeitung im Berliner Theater OST Russlands Botschafter Sergej Netschajew diese Politik und ihre Darsteller aus russischer Sicht, hochinteressant. Wann werden wir ihn bei Lanz, Illner, Maischberger erleben? Der proppevolle Saal in Berlin bot leider nur einem winzigen Teil der deutschen Öffentlichkeit Gelegenheit, einmal wieder einen wirklichen Diplomaten zu erleben. Einen gebildeten, gut informierten Fachmann, konziliant und rollenbewusst. Einer ohne Sprechblasena, aber mit Zusammenhängen. Herr Netschajew genoss es sichtlich, auf deutschem Boden endlich einmal ungestört und nicht in jedem Satz hektisch unterbrochen in aller Ruhe den Standpunkt der russischen Föderation zu brandaktuellen Fragen erläutern zu können. Er forderte das deutsche Publikum mehrmals schmunzelnd auf, doch nicht immer so pessimistisch zu sein.

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