„Bei dem Regionalgipfel in Kirgistan präsentiert sich China als Quelle der Stabilität in einer unruhigen Welt.“ Das klingt eher positiv. Die Wortwahl der Neuen Züricher Zeitung macht gleichwohl aus einem Weltereignis ein regionales; sie lässt Chinas zurückhaltend effektive Friedenspolitik als – die Welt täuschende – Selbstdarstellung erscheinen; das Verb „präsentierte sich“ ist nahe an der – dito im Westen für die Beschreibung der Politik seiner Gegner beliebten – Wendung „inszenierte sich“.

Das 26. Treffen der SCO, die 2026 ihren 25. Geburtstag feiert, steht für 7 Milliarden Menschen der Weltbevölkerung (andere Berechnungen kommen auf 88%). Wogegen die 12 % solche Treffen vielleicht endlich zum Anlass nehmen sollten, über das reale Kräfteverhältnis der Länder der Welt ernsthaft nachzudenken. Ich googelte einen Tag nach Beendigung des Gipfels am 2. September nach dem Ereignis. Außer der NZZ, der Tagesschau und dem Handelsblatt, tags darauf auch noch der Frankfurter Rundschau, mit jeweils eher mager schmalen Beiträgen zum Thema, war westlicherseits nichts zu finden.
